2020: Das wird passieren

Wir bauen um. Und nein: nicht nur die Website, sondern unser Unternehmen. Schon seit einigen Wochen sind wir am Werkeln (in unseren Köpfen) und am Werkeln (ganz physisch im Studio), um EinfachTon in eine neue Richtung zu lenken.

2019 hat sich aus unserer Sicht eines gezeigt: Podcasts sind jetzt endgültig im Medienbetrieb angekommen. Das merkt man nicht nur an den zahlreichen neuen Formaten, die fast täglich starten oder daran, dass sich immer mehr große Medienhäuser eine Podcast-Strategie zulegen (oft gleich mit mehreren Podcasts). Wir merken das vor allem an der deutlich gestiegenen Zahl der Anfragen.

Vom Rundum-Sorglos-Paket bis zum Stundenvortrag

Gefragt sind nicht selten Großproduktionen. Vom Kick-Off-Workshop, über das Konzept, bis hin zur kompletten Realisation. Was außerdem auffällt: Bei unserer Gründung (Januar 2017) wurde uns von vielen Seiten vorhergesagt, dass wir es schwer haben würden. Wir müssten immer erst erklären, was Podcasts überhaupt sind und warum sie im Medienbetrieb und in der Werbung wichtig werden würden. Und falls sie das nicht würden: warum es sich dennoch lohnt einen zu haben. Das meinte zumindest der eine oder die andere. Doch heute sieht es ganz anders aus. Mittlerweile werden uns fertige Konzepte zugesendet, die nur noch einer Umsetzung bedürfen (Aufnahme, Schnitt, Hosting). Es herrscht Begeisterung für Podcasts (oder zumindest für das, was sie bewirken, wenn sie gut gemacht sind). Wieder andere potentielle Kund*innen kommen auf uns zu und wünschen sich Input. Wir haben noch nie so viele Workshops und Seminare gehalten, wie in diesem Jahr (auch nicht zu besten Uni-Zeiten auf Note). Das ist toll! Auch unser eigener Info-Workshop im Kraftwerk Mitte war komplett ausgebucht (in Kooperation mit „Kreatives Sachsen“ und „Wir gestalten Dresden“)

Es ist viel geschrieben worden über die Gründe, warum sich die Podcast-Branche gerade so entwickelt, wie sie es tut. Deswegen wollen wir das an dieser Stelle nicht weiter analysieren. Wir freuen uns allerdings sehr über diese Entwicklungen. Wer unsere Podcasts hört oder uns persönlich kennt, weiß, dass wir einen besonderen Fokus auf regionale Formate legen. Aus unserer Sicht gibt es dort noch eine Menge zu bewegen und einen großen Bedarf.

Was sich verändert

Wir haben tolle Kund*innen. Mit einigen arbeiten wir schon fast solange zusammen, wie es EinfachTon gibt. Es ist uns (und Euch hoffentlich auch) immer wieder eine große Freude. Ihr habt uns eine Chance gegeben, als wir noch alles erklären mussten uns so gut wie keine Referenzen hatten. Danke! Wir freuen uns, auch im kommenden Jahr weiter mit Euch zu arbeiten.

Etwas anderes ist uns aber auch aufgefallen. Dazu müssen wir noch einmal auf die Anfragen der vergangenen Monate schauen: Immer mehr (werbliche) Podcasts sollen realisiert werden. Bei großen Aufträgen haben Unternehmen konkrete Ideen, Budgets und vielleicht sogar eine Vorstellung des Endprodukts. Diese unterscheidet sich leider immer häufiger von dem, was für uns „Podcast“ bedeutet und deutlich von dem, was wir in gemeinsamen Workshops vorschlagen würden.

Eines gehört aber auch dazu – und so ehrlich müssen wir sein: Wir sind gerade an einem Punkt, an dem unser Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert. Wir haben mit dem Ziel angefangen, das man als „halb und halb“ bezeichnen könnte. Jeder von uns beiden sollte die Hälfte seiner Arbeitszeit mit EinfachTon verbringen. Die andere Hälfte wollten wir unseren „Hauptberufen“ widmen. Bony dem Sound Design und Lucas dem Journalismus. Wollen wir aber mit EinfachTon (finanziell) weiterkommen, funktioniert das nicht mehr. Wir müssten größere Aufträge annehmen und dafür wesentlich mehr Zeit investieren – quasi den Sprung auf EinfachTon-Full-Time.

Nach langen Gesprächen und sehr positiven Entwicklungen in unseren „Hauptberufen“ haben wir gemerkt, dass wir das nicht wollen. Uns fehlt einfach „die eine“ große gemeinsame Vision, der „gemeinsame Auftrag“, den wir mit EinfachTon realisieren wollen und den es für große und umfangreiche Produktionen einfach braucht. Kurz gesagt: Wir sind keine Full-Service-Podcast-Agentur und wollen auch keine werden. Wir sind zwei Menschen, die auf die eine oder die andere Weise inhaltlich arbeiten und Menschen mit ihren Produkten bewegen wollen.

Wir haben uns also entschieden: Wir werden unsere individuellen Stärken weiter ausbauen. Bony widmet sich verstärkt dem Sound Design in Filmen und in Podcasts, denn auch dort wird es immer wichtiger. Lucas arbeitet an den EinfachTon-Podcasts, kümmert sich um redaktionelle Anfragen und entwickelt Podcast-Konzepte für Medienhäuser. Gemeinsam geben wir weiterhin Workshops, halten Vorträge und versuchen noch mehr Menschen für Podcasts zu begeistern. Das kommt uns auch organisatorisch entgegen. Wir werden also in Zukunft noch stärker auswählen, welches Podcast-Projekt inhaltlich zu uns passt und vor allem, wer von uns beiden für welches Projekt der Hauptverantwortliche ist. Und wir werden uns ernsthaft die Frage stellen: wie viel reine Werbung wollen wir noch machen?

Wir ziehen um, aber nicht aus

Die Veränderungen wirken sich auch räumlich aus. Damit Bony noch bessere Arbeit bei Produktion und Mischung von Audio-Inhalten liefern kann, richtet er sich ein eigenes Studio ein. (Anm. d. Red.: So ein richtiges!) Unser Podcast-Büro, das für zwei Menschen, die parallel mit Ton arbeiten, immer schon etwas zu klein war, übernimmt Lucas. Dort entsteht ein gemütliches Podcast-Aufnahmestudio – perfekt geeignet für die Produktion von Podcasts mit mehreren Gesprächspartner*innen und Quasi-Live-Produktionen (wir werden diesen Raum auch externen Podcasts öffnen – dazu bald mehr). Wir upgraden also unsere technische Qualität und sichern uns gleichzeitig mehr Freiheit und Ruhe für unsere jeweiligen Bereiche.

Wir lieben Audio – das bleibt auch 2020 so

Für uns steht fest: wir stehen zu (und auf) Audio. Sei es als abrufbarer schlanker Feed auf einer selbstgehosteten Website, als Podcast-Produktion eines großen Zeitungsverlages oder hinter der Bezahlschranke einer Hörbuchplattform. Auf die Inhalte kommt es an. Interessiert mich das, was ich da gerade höre? Bewegt es mich? Liefert es mir Informationen, die ich brauche? Schafft es das Gehörte in Zukunft in meinen Alltag?

In den kommenden Wochen wird sich also nicht nur intern Einiges verändern. Wir werden auch die Website den neuen Angeboten und der neuen Struktur anpassen. Außerdem ist ein neuer Podcast in Planung! Es bleibt spannend und wir freuen uns, dass Ihr an unserer Seite seid und außerdem auf Eure Anregungen, Fragen und natürlich auch weiterhin auf konkrete Anfragen. 2020 wird ein tolles Jahr, davon sind wir überzeugt!