Podcast-Session bei #BSEN

Blogger aus dem Osten bei #BSEN

Obwohl niemand so richtig weiß, wie #BSEN wirklich ausgesprochen wird, ist die Bedeutung glasklar: Blogger spinnen ein Netzwerk. Das finden wir gut und deshalb sind wir vor Ort, sogar schon zum zweiten Mal. Der Flurfunk  und die SLM laden zum Netzwerktreffen #BSEN ein und das Who is Who der mitteldeutschen Bloggerszene zeigt Fahne in der Gläsernen Manufaktur. Ein Tag voll mit Sessions, Kurzvorträgen und kommunikativen Kaffeepausen. Was bewegt die Szene? Was kann die Szene bewegen? Darum geht es bei der #BSEN. Wir fassen kurz zusammen, was uns am meisten bewegt. Dabei gibt es offene Fragen und viel Diskussionspotential.

Mehr Mitbestimmung beim Rundfunkbeitrag

Nicht immer muss eine Session auch gut besucht sein, um zu interessieren. Über das Thema „Watchblogs – Rundfunk mitbestimmen“ sprechen etwa zehn Interessierte vor allem über das Projekt „Rundfunk mitbestimmen“, vorgestellt von Katharina Erhard und Robert Schäfer. Die Frage dahinter: Wie kann man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk so umgestalten, dass die 17,50 Rundfunkbeitrag fairer verteilt wären? Der Vorschlag der MacherInnen: Die Website rundfunk-mitbestimmen.de. Nach einer kurzen Anmeldung werden einem dort Sendungen vorgeschlagen. Man kann sich dann überlegen, welche davon man unterstützen möchte.

Rundfunk-mitbestimmen.de
Bildschirmfoto: Rundfunk-mitbestimmen.de

So ließe sich also der eigenen Rundfunkbeitrag auf die Lieblingssendungen verteilen. Eine spannende Idee, die unter den ZuhörerInnen für reichlich Diskussionsstoff sorgt: Wie holt man Menschen mit ins Boot, die weniger internetaffin sind? Machen Sendungen dann nur noch Werbung für sich selbst? Verschlimmert sich dadurch vielleicht der Quotendruck? Das sind nur einige der Fragen, denen sich die beiden MacherInnen stellen müssen.

Das alles wist für uns spannend genug, um weiter am Thema dran zu bleiben. In der zweiten Folge vom Flurfunk-Podcast (eine Kooperation von EinfachTon und Flurfunk) wird es im Oktober 2017 eine Rolle spielen.

Die sächsische Blogger-Szene in Zahlen

Tim Tschapek vom Institut für Kommunikationswissenschaft und gleichzeitig Redakteur beim Flurfunk zeigt uns die Bloggerszene in Sachsen von innen. Wir wissen am besten, wo wir stehen, wenn wir uns mit anderen vergleichen. Deshalb gibt es ein Benchmarking zwischen den großen Städten – Leipzig, Dresden und Chemnitz.

In verschiedenen Kategorien werden so Blogger, Influencer und Onliner identifiziert, die über viel Reichweite verfügen. Daneben aber auch andere Blogger, die zwar auf dem Papier keine fünfstelligen Zahlen schreiben, aber dennoch große regionale Strahlkraft haben. Schnell wird klar: eigentlich ist dieses Listing ein Ding der Unmöglichkeit. Sicherlich könnte man einfach harte Fakten zugrunde legen und danach sortieren. An die harten Fakten muss man aber auch erst herankommen. Blogger sind nicht auskunftsfreudig, Mediakits veraltet, Follower gekauft und Blogger-Datenbanken zu teuer und nicht transparent. Dadurch lässt sich nur schwer Einheitlichkeit herstellen. Die braucht man aber, wenn es um eine wissenschaftliche Betrachtung geht. In der Diskussion wird klar: wirklich verlässliche Informationen lassen sich nur in Zusammenarbeit mit den Bloggern zusammentragen. Gut also, dass wir darüber in der Runde gesprochen haben!

Bony und Lucas beim Vortrag über Podcasts vor Publikum.
Auch wir haben bei der #BSEN einen Vortrag gehalten. Unser Thema: natürlich Podcasts.

Vom Blog zum Unternehmen

Für uns eines der Highlights der #BSEN Vorträge. Stephanie Oppitz von der Windelmanufaktur erzählt mit viel Leidenschaft, wie sie von Ihrem liebevollen Familienblog zur Produktion von eigenen Stoffwindeln gekommen ist. Sie erkannte die Problematik der Wegwerfwindeln und kam zum Entschluss: das geht auch anders, nachhaltiger und moderner.

Nach einiger Zeit an Tüftelei, Trial & Error gepaart mit viel Macher-Geist hatte sie die traditionelle Stoffwindel neu definiert. Zeitgleich investierte sie viel Arbeit in ihren Blog und hat so unbezahlbares Wissen über Stoffe und Textilien für andere aber auch für sich selbst geschaffen.

Mittlerweile ist aus dieser Idee ein ganzes Unternehmen gewachsen. Ihre Windeln werden in die ganze Welt exportiert. Sie hat ein Team um sich gesammelt und strahlt vor Tatendrang, Energie und motiviert ungemein, selber tätig zu werden. Toller Vortrag, tolle Frau. Bitte mehr davon bei der nächsten #BSEN.

Ohne #BSEN nichts gewesen

Neben den Vorträgen geht es in den Gesprächen zwischen und nach den Sessions aber auch um etwas anderes. Nämlich um die Reichweite, Wahrnehmung, Bedeutung und Professionalität der sächsischen Bloggerszene. Es geht um das Selbstverständnis und die Zukunft der Blogger in Sachsen. Gefordert wird mehr Zusammenarbeit und Sichtbarkeit der Szene durch gemeinschaftliche Plattformen, Diskussionsrunden, Stammtische und Events. Die #BSEN ist da schon der erste gute Schritt und wir sind froh, ein Teil davon zu sein!

PS: Wir schlagen vor, #BSEN nur noch in Lautschrift zu schreiben.